24/07 PROTOJE im Junk Yard, Dortmund

protojeProtojes Musik ist ein beständiges Statement der Reggae-Zukunft. Der Mann versteht es, hartgesottenes Reggae-Stammpublikum genauso zu befriedigen wie interessierte Crossover-Hörer. Protoje verschneidet Reggae mit Rock und Pop, lässt aber keinem Zweifel an seiner tatsächlichen Herkunft. Scheinbar endlos zitiert er Legenden des Reggae wie Bob Marley, Dennis Brown und Black Uhuru ohne Verdacht unnützen Nachdudelns. Parallel dazu fördert er Newcomer in beeindruckender Zahl zu Tage. Nicht zuletzt ist er Mentor von Koffee.
Es geht also nicht um Bedienung alter Klischees. Protojes Zitieren und seine permanente Nachwuchsförderung ist Ausdruck der Weiterentwicklung des Sounds im Sinn von: Jungs, ich hab's verstanden! Ihr habt mir Gold in die Hand gelegt, ich werde keinen Mist daraus machen.

Das letzte Album "In search of lost time" ist zwar schon ein wenig betagt, trotzdem ist der Termin in Dortmund auch ohne aktuelles Album ein unbedingtes Muss.

www.junkyard.ruhr
www.protoje.com

14/06 AWA LY im domicil, Dortmund

awalyEin bisschen Clubjazz, ein wenig Folk, eine Prise Afrobeat und dazu Musiker, die sich ganz elegant in den Hintergrund spielen, kennzeichnen die Musik der Französin mit senegalesischen Wurzeln. Die Frau hat sich in ihrer Heimat bereits einen Namen gemacht und hat auch Italien begeistert als es noch ging. Im Rahmen des Klangvokal Festivals als Nachholtermin vom Nachholtermin vom Nachholtermin kommt Awa Ly nun endlich nach Dortmund und hat ihr immer noch aktuelles 2017-Album "Five and a feather" dabei.

www.domicil-dortmund.de
www.awalymusic.com

Lagos-London und zurück

Sozialisiert mit amerikanischem HipHop, erkannte Obongjayar irgendwann, dass diese Musik seinem Lebenslauf nicht gerecht wird. Geboren in Nigeria, mit 17 nach Großbritannien emigriert, entdeckte er erst dort, welche Bedeutung seine Heimat für ihn und seine Musik haben kann.
Auch Obongjayar kommt nicht an Nigerias Lichtgestalt Fela Kuti vorbei. Felas Erbe fließt auch in die Sounds Obongjayars ein. Dennoch wäre es zu einfach, die Musik des Debütalbums "Some nights I dream of doors" unter Afropop zu katalogisieren. In den 12 Stücken des Albums frönt der junge Nigerianer auch seiner Liebe zum HipHop, er mischt viel Soul unter, gibt Raum für Balladen und entwickelt mit Luftigkeit einen eigenen Sound.
OB, wie Insider ihn nennen, meint sogar:"No one’s doing what I’m doing. What I’m making is fresh." Nun, das ist auf jeden Fall selbstbewusst. Aber man muss Obonjayars Debüt uneingeschränkt zugestehen, dass es etwas Besonderes ist. Aus diesem Grund: Die dringende Empfehlung, das heute erscheinende "Some nights I dream of doors" käuflich zu erwerben und mit gespitzten Ohren zu hören.

www.obongjay.ar

Abgeschminkt

Beady Belle ist seit mittlerweile mehr als 20 Jahren im Geschäft. Doch all jene, die sie bisher nicht wahrnahmen, müssen sich keine Vorwürfe machen. Beady Belle tauchte bisher nicht in top bewerteten Playlists auf und rotierte auch nicht heavy bei gefeierten DJs. Das ist zwar schade und auch unverständlich, denn die Norwegerin bezaubert aufgrund ganz feiner Soulmusik mit Jazzeinschlag und diesen Elfen- und Trollelementen ihrer Heimat.
Doch dafür habt ihr unruhr. Wir legen euch das neue Album von Beady Belle ans Herz. Das erscheint morgen und enthält vielfältige Sounds von Urban Soul über Slam Poetry, Funk, Jazz, R'n'B bis Ambient, Pop und Hip Hop, sogar Psychedelia.
Das hinterlässt Spuren in euren Gehörgängen, wenn diese auf Hinhören geeicht sind. Das Album heißt "Nothing but the truth" und kommt wie der Opener "Truth wide open" ungeschminkt und ganz ehrlich rüber.

www.beadybelle.com

Bitte keine Blumen

Seit 2020 erfreut uns Oehl mit Intensiv-Pop. Die Musik der Wiener Band steht für bedeutungsschwere, emotionale Musik und nach den ersten beiden Alben "Über Nacht" und "100 % Hoffnung" geht's jetzt mit neuem Material weiter.
Der aktuelle Output kombiniert erneut augefeilte Lyrik mit durchdachten Klängen. Diese Melange lässt die Hörer gern mit der Frage allein: Lachen oder weinen? Die Frage lässt sich bei "Keine Blumen" vergleichsweise einfach beantworten, denn hier stehen Tod und Engelschöre im MIttelpunkt. "Keine Blumen" ist der Titeltrack des kommenden Albums, das im August bereit stehen soll und mit "Gedichten zum Tanzen, Tänzen zum Nachdenken" angekündigt wird.
Ihr könnt dann beurteilen, ob Oehl dort weitermacht wo es letztens endete. Ihr werdet allerdings feststellen, das sich zumindest die Besetzung von Oehl geändert hat. Offensichtlich gehört die eine Hälfte des ehemaligen Duos, Hjörtur Hjörleifsson, nicht mehr zur Band.

www.oehlmusik.com

Sindsuche

Sie nennen sich nicht Sindbad, nicht Sindflut oder Syndesmose. Einfach nur Sind. Aus Berlin. Das klingt einfach und kompliziert. Denn Sind hat auch was mit dem Sein zu tun, dem großen.
Die Jungs aus Berlin haben gerade das dritte Album "Kino Kosmos" veröffentlicht und etablieren sich damit als musikalische Kommentatoren für die Generation Y. Deshalb haben die meist gitarrengeleiteten Midtemposongs von Sind immer ein wenig Flair aus der Jugendzeit der Millenials und beschäftigen sich gern mit dem Gestern und Heute der jetzt 30-40-jährigen.
In "Templin" geht's um verflossene Freundschaften. Ein wenig Schwelgen im Damals, begleitet von leicht sentimentalen Gitarren.
Das ist Musik für die Sinnsuche der angeblich sich so viel selbst hinterfragenden Generation Y. Im Wohnzimmer bei traurigen Ploppen des Kronkorkens.

www.sind.tv